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"Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit." Sirach 1,10

Fragt man nach Weisheit und welche davon wohl die schönste sei, so erhält man als Antwort viele nette Aussagen, die zumindest weise klingen (sollen):

“Das Glück erkennt man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.”

“Man muss mit den Rudern rudern, die man hat.”

“Besser ist es, zu besitzen, als zu wünschen; zu haben, als zu kriegen.”

“Sei geduldig mit der ganzen Welt, vor allem mit dir selbst.” und viele hundert andere Sprüche!

 Klug ist, wer diese (Alltags)- Weisheiten erst einmal zur Kenntnis nimmt und darüber nachdenkt. Wie Jesus Sirach könnte er zur Erkenntnis kommen: „Das Wort Gottes in der Höhe ist die Quelle der Weisheit, und sie verzweigt sich in die ewigen Gebote." Gottes Weisheit war es sicherlich, bestimmten Ratschlägen die Form von Geboten zu geben, vor denen wir uns zu verantworten haben. Nach diesen Geboten und ihrer Einhaltung werden wir jetzt und in Gottes letztem Gericht beurteilt.
Die Weisheit ist also göttlichen Ursprungs. Weil sie allem vorausgeht, ist sie in der frühen christlichen Kirche mit dem ewigen Gottessohn Jesus Christus verglichen, ja in eins gesetzt worden. Anlass dafür waren Äußerungen des Apostels Paulus. So hat er zum Beispiel an die Korinther geschrieben: „Wir predigen Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1.Kor.1,24). Es war schon in Zeiten des Alten Testaments nicht ungewöhnlich, die Weisheit als eine Person zu verstehen, die handelt und spricht. Da ist etwa von der Frau Weisheit die Rede, die sich von der Frau Torheit distanziert.
Die Christen in den Gemeinden des Apostels Paulus verstanden es so: „Christus istuns gemacht von Gott zur Weisheit“ (1.Kor.1,30). Früh gab es in der Christenheit Sophienkirchen. Denn Sophia ist das griechische Wort für Weisheit. Berühmteste Kirche ist die Hagia Sophia in Istanbul. In der Liturgie der Ostkirche ruft der Priester vor der Lesung des Evangeliums: "Sophia! Orthoi!", das heißt: "Weisheit! Aufrecht!" Dieser Weisheitsruf kommt mehrmals im Gottesdienst vor. Gemeint ist:

Christus selbst ist unter uns mit seinem Wort, ja als Gottes Wort an uns. Wenn unser Leben einen Ertrag haben soll, wenn es gelingen soll, allem Feindlichen und allem Leidvollen und Schmerzlichen zum Trotz, dann ist dieser Ertrag: Christus selbst, der Herr vor uns, für uns und in uns. Bei ihm ist die Quelle der Weisheit, die sich dann in unsere Lebensläufe verzweigt wie fließendes Wasser.

Bischof i.R. Dr. Wolfgang Huber  bezeichnete die Weisheitsliteratur des Alten Testaments veinmal als "Orchideenbücher der Heiligen Schrift: Es ist vielleicht nicht exzellenztauglich, aber es stellt uns wunderbare Blumen vor Augen!" 

Im 1. Kapitel des Buches Jesus Sirach, aus der unser Monatsspruch stammt, heißt es sehr bildreich und blumig:

Alle Weisheit kommt von Gott dem Herrn und ist bei ihm in Ewigkeit. Wer kann sagen, wie viel Sand das Meer, wie viel Tropfen der Regen und wie viel Tage die Welt hat? Wer kann erforschen, wie hoch der Himmel, wie breit die Erde, wie tief das Meer ist? Wer kann Gottes Weisheit ergründen, die doch allem voraufgeht? Denn seine Weisheit ist vor allem geschaffen; sein Verstand und seine Einsicht sind von Ewigkeit her. Das Wort Gottes in der Höhe ist die Quelle der Weisheit, und sie verzweigt sich in die ewigen Gebote. Wem sonst wäre die Wurzel der Weisheit aufgedeckt, und wer könnte ihre geheimen Gedanken erkennen?

         Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit, und wer sie erblickt, der liebt sie; denn er sieht, welch große Wunder sie tut. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang, und seinen Getreuen ist sie ins Herz gelegt. Sie geht einher mit den auserwählten Frauen, und man findet sie bei den Gerechten und Gläubigen. Die Furcht des Herrn ist der rechte Gottesdienst; der behütet und macht das Herz fromm und gibt Freude und Wonne. Wer den Herrn fürchtet, dem wird's gut gehen; und am Ende seines Lebens wird er gesegnet sein.

Diesen Segen Gottes, begründet in Seiner Liebe, mit der Er uns zuerst geliebt hat und liebt, wünscht Ihr/Euer

Werner Happe

 

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Begrüßungsgottesdienst Martin Seydlitz

Martin SeydlitzEin Bericht über den Festgottesdienst kann hier eingesehen werden: {jd_file file==397} Bericht: Werner Hahm, Fotos: Andreas Nitsch.

24.08.2022